Unser Ratgeber: Richtig Heizen und Lüften

Schimmel vermeiden

Unser Ratgeber: Richtig Heizen und Lüften

Schon gewusst? Ein Mensch gibt pro Tag ca. 1 bis 1,5 Liter Feuchtigkeit durch Atmen, Schwitzen u.a. an seine Umgebung ab. Diese produzierte Feuchtigkeit muss irgendwo hin. Sie entweicht nicht von allein, sondern nur durch unser aktives Zutun.

Unsere Wohnungen sind fast alle modernisiert. Das heißt, es gibt keine Ofenheizung mehr, die Fassaden sind gedämmt, die Fenster haben Isolierverglasung. Was hat sich sonst an der Ausstattung geändert? Die Fußböden bestehen zum größten Teil aus Kunststoff, Tapeten sind oftmals dauerhaft beschichtet und Polstermöbel sowie Teppiche, Dekostoffe und auch das Bettzeug bestehen ganz oder teilweise aus Kunstfasern. Die Kosten, die an die Anbieter von Fernwärme, Gas und Strom zu bezahlen sind, steigen regelmäßig. Somit wird, wenn die Wohnung verlassen wird, die Zentralheizung heruntergedreht oder ganz ausgeschaltet.

Wie, wo und warum entsteht Schimmel?

Das nun herrschende Klima ist eher ungeeignet, um die vorhandene Feuchtigkeit zu binden und später beim üblichen Lüften aus der Wohnung hinaus zu bringen. Wo geht die Feuchtigkeit somit hin? Sie kann nicht anders, sie kondensiert überall dort, wo es Oberflächen mit Temperaturen gibt, die niedriger als der übrige Raum sind. Auf diese Bedingungen “warten“ Schimmelpilzsporen geradezu. Wie kommt es zu Schimmelflecken? Schimmelpilze brauchen zum Leben Wasser und organische Nährsubstanz wie Tapete, Papier oder Holz. Auf trockenem “Untergrund“ können sie nicht wachsen. Wenn in den kühleren Jahreszeiten der Wasserdampf aus der Zimmerluft an kalten Flächen kondensiert und die Tapete z.B. längere Zeit durchfeuchtet, keimen die Schimmelsporen aus, welche sich übrigens überall im Zimmer befinden, und bilden ganze Pilzkolonien. Einzelne Genossenschafter und Mieter beklagen, dass es in den Räumen feucht ist und/oder teilweise Schimmelflecken vorhanden sind und diese sich auch ausbreiten. Unabhängige Gutachter messen bei ihren Untersuchungen sowohl die Feuchtigkeit auf den Wandoberflächen, als auch darunter. In jedem Beispiel bestand in den vergangenen Monaten das Ergebnis darin, dass die Wandoberflächen unter den Belägen trocken und schimmelfrei waren. Dagegen befand sich auf den Flächen (z.B. Tapeten oder Silikonfugen) viel Feuchtigkeit und in extremen Fällen Sporen von Schwarzschimmel. Jedes Mal war zweifelsfrei kein Schaden der Bausubstanz die Ursache für die Probleme mit Schwarzschimmel, sondern die unbedachte Beheizung und Belüftung der Räume durch die Mieter.

Unsere Tipps für ein gutes Raumklima

Zum gesunden Wohnen möchten wir Ihnen folgende Ratschläge von unseren Gutachtern mitteilen. Wir wünschen uns auch in Ihrem Interesse, dass Sie auf diese eingehen.

  • Feuchte Luft wird eher als wärmer empfunden als trockene. Bitte lassen Sie sich durch diesen gefühlten Irrglauben nicht täuschen und überzeugen Sie sich durch Anschaffung und Beobachtung eines Hygrometers bei Ihren täglichen Lebensgewohnheiten selbst von diesem Sachverhalt.
  • Das Lüften mit gekipptem Fenster (Dauerlüftung) während der Heizperiode ist nicht gut. Ein mehrfacher kurzer Durchzug bei voll geöffnetem Fenster (empfohlen wird 3 x täglich mindestens 10 Minuten) ist besser.
  • Es ist unwirtschaftlich und schädlich, nur den Raum stark zu beheizen, in dem man sich hauptsächlich aufhält, während die übrigen Räume fast oder gar nicht beheizt werden. Ständiges Heizen aller Räume auf eingestellte Zimmertemperatur von 20 °C ist wirtschaftlicher und zweckmäßiger! Die Kosten bei diesem Heizverhalten liegen nachweislich erheblich niedriger!
  • Mit dem Heizen ist es wie mit allen anderen Annehmlichkeiten des Lebens: mäßig, aber regelmäßig. Auch Lüften sollte man regelmäßig – zwar kurz, aber dafür kräftig.
  • Beseitigung von Schwarzschimmel muss in jedem Fall durch Bindung der Sporen und deren nachhaltige Beseitigung durch Entfernung der befallenen Tapeten oder anderer Wandbeläge sowie Reinigung des Untergrundes mit Schimmelentferner geschehen. Jede hier geübte Nachlässigkeit lässt Sporen immer wieder dann wachsen, wenn die Feuchtigkeit den dafür geeigneten Nährboden bietet.